Donnerstag, 29. November 2007

Fesche fettige Haare und Einkaufen auf Dorfperuanisch

Heute frueh gabs schon wieder kein Wasser und keinen Strom. Gottseidank war ich nicht laufen wie geplant – war dann doch zu faul. Letztens als ich laufen war musste ich danach feststellen, dass es kein Wasser zum Duschen gibt – und wartete damit bis zum naechsten Tag. Aber das ist hier nicht so schlimm... Heute, meine Haare sind so fettig wie noch nie – bekomme ich ploetzlich Komplimente ueber meine Frisur. Verkehrte Welt.

Irene schickt mich manchmal nach oder vor dem Essen einkaufen, aber nicht einmal sondern wenn schon dreimal. Heute kaufe ich beim ersten mal 4 Kilo Reis, 4 Eier und das dritte besitzt einen Namen, den ich schon wieder vergessen habe. Ich sage also das Wort die ganzen 30 Sekunden Wegzeit von Irene bis zur Tienda vor mich her, aber nach dem Stille-Post-Prinzip hat es sich dort schon soweit veraendert, dass ich nicht richtig verstanden werde. Ich bekomme 2 Packungen Nudeln. Worauf Irene lacht. Natuerlich das Falsche... Also noch mal ins Geschaeft. Diesmal bekomme ich 2 Packungen Erbsen! Richtig. Dann, nachdem ich in Rekordgeschwindigkeit wie immer beim essen (regelmaessig schlage ich Oskar, den Mann von Irene, ausser gestern abend, da war er schneller und sehr stolz drauf) 2 Spiegeleier verzehrt habe, faellt Irene ein, dass sie noch ein Kilo Reis mehr braucht. Und Huehnerbrust. Ich gehe also, gutmuetig wie ich bin, noch mal ins Geschaeft. Die Senora ist nicht begeistert, wenn jemand nur die Brust vom Huhn will, aber fuer Irene macht sie eine Ausnahme. Sie zieht aus einem Sack eines von mehreren gerupften, aber sonst ziemlich ganzen Huehnern am Kopf heraus, schneidet zuerst denselben, dann die Klauen, dann die Schenkel, dann die Fluegel ab. Dasselbe wiederfaehrt einem zweiten Voegelchen. Zwischendurch verlaesst sie durchaus mal ihren arbeitsplatz um geld entgegenzunehmen oder anderen kunden was zu verkaufen. Handschuhe sind was fuer warmduscher, und die gibt’s hier buchstaeblich nicht.

jetzt noch erfreulichere nachrichten:
In der Werkstatt laeuft meistens die Radiosendung "La esencia de las ochenta" - "die Essenz der 80er", gerade vorher haben sie mein Lieblingslied von Roxette gespielt: How do you do :) Und am Samstag fahre ich mit Kevin nach huanchaco, ein strandort mit touristen. Das wird mal eine abwechslung.

Eure gringa.

Mittwoch, 28. November 2007

casi un mes más tarde...

habe noch 5 minuten internetzeit uebrig, also schicke ich euch, sofern das jemand liest, denn ich muss zu meiner betruebnis festetellen, dass das Interesse an meinem blog signifikant abnimmt, hier viele gruesse! jaja, ich schreibe auch nicht so regelmaessig...
mein werk geht nun in die serienproduktion :) 5 stueck pro figur, und mehr varianten wurden angefordert. leider entspricht die arbeitsgenauigkeit der damen mit kilometerlangen fingernaegeln nicht genau meinen vorstellungen, aber ich will sie auch nicht gleich demotivieren...
heute habe ich an einem zuckerrohr frisch vom feld gezuzelt, nicht schlecht.
ansonsten nichts neues unter der sonne.
bis dann!
gringa

Freitag, 23. November 2007

erstes Werk - ein Kinderspiel :)


















Liebe Freunde! Das ist Bigote (Schnurrbart, das ist sein Spitzname) mit meinem Werk :)
Ihr kennt doch diese Maxln die Aufschwung und Umschwung machen (etwas, dass ich nicht 1 mal im Leben geschafft habe, weder Aufschwung noch Umschwung, trotz aller bemuehungen der Greiner)
Also mein Anteil an dem Ganzen ist: sagen, dass wir Spielzeug machen sollen, Figuren zeichnen (passend natuerlich zu dem Ort hier, eine Senora de Cao, ein Fuchs und ein Krieger) und anmalen und so weiter.

Ansonsten habe ich Durchfall (was ich heute beim Mittagessen erwaehnt habe, ich wollte nur reis, hab aber trotzdem mehr bekommen, und natuerlich auch gegessen, ich kann einfach nix uebriglassen...) Wie ist das nochmal mit Bananen, stopfen die oder das gegenteil?

Joseline, die Tochter eines Tischlers, faengt Fragen ueber Oesterreich immer an mit "En tu Peru" was soviel heisst wie "In deinem Peru..." :)

un montón de saludos!

Montag, 19. November 2007

knackweh und kekse

hola queridos amigos!

letzten samstag habe ich mir zum ersten mal seit ich hier bin kurz mal gewuenscht ich waere woanders. ein Auszug aus der Geschichte:
ich stehe mit einem der Handwerker aus dem Dorf um 7 Uhr abends auf einem grindigen busbahnhof in der 12 stunden busfahrt entfernten hauptstadt Lima (merke: handwerker aus dem Dorf + grosse grosse stadt), irgendwo am rand davon zumindest. Busbahnhof bedeutet in dem Fall ein Haufen kreuz und quer stehender und gehender und fahrender Busse und Menschen. Die Nacht zuvor habe ich in einem der grindigen busse verbracht, deshalb jetzt das knackweh. Den Tag auf einer Messe, wo wir fast nichts verkauft haben. es ist kalt und windig, gibt weder was zum hinsetzen noch ein Dach, und ich frage Angel, wann sein bruder Segundo kommt, auf den wir warten (davor haben wir auch schon ueber eine stunde auf das taxi gewartet, das uns zum busbahnhof gebracht hat), und ohne den angel (er war seit 9 jahren nicht mehr hier) hier scheinbar sehr verloren ist. Er sagt (merke: es ist 10 nach 7): Segundo kommt um 9! Hier stehe ich nun, darf mich nicht mehr als 3 m von Angel entfernen, weil ja gefaehrlich, und stelle mich darauf ein, dass Segundo fruehestens um dreiviertel10 kommt.
aber hauptsache ende gut. hier bin ich nun wieder im dorf und sehr froh, wieder "daheim" zu sein.
gestern habe ich kekse gebacken, mit den Kindern, und heute sind schon fast alle alle.
und gestern hat peru gegen brasilien 1:1 gespielt (fussball), gut, nichtwahr :)

hasta luego!
gruesse ins winterliche oesterreich, dass ich hier tapfer promote und fuer dass ich geografische aufklaerungsarbeit leiste. bei uns gibt es keine kaengeruhs, dafuer arnold schwarzenegger und schnee.
besos! und dankeschoen fuer nachrichten von daheim, freue mich immer :)
annita

Donnerstag, 15. November 2007

die Zeit vergeht...

Ich finde man merkt immer an den Fingernaegeln, wie schnell die Zeit vergeht! Schon wieder hoechste Zeit zum Feilen!
Letzte Nacht wurden um ca 4 in der Frueh ungefaehr 200 Meter Strokabel direkt vor dem Haus, in dem ich wohne, geklaut, einfach abgeschnitten, anscheinend kann man das gut verkaufen! Also gabs heute frueh keinen Strom. Aber die Leute sind solche Faelle gewoehnt, ein paar Stunden spaeter sind schon die Arbeiter am Werk. Und es hiess, es koennte schlimmer sein, immerhin haben wir Wasser :)
Bald ist wieder Zeit zum Mittagessen, ich werde hier so gut bekocht, dass ich nicht weiss, wie lange mein Hintern noch in die 3 uebereinandergestapelten Kinderplastiksesselchen passt, auf denen ich zuweilen zum Essen sitze. Sie werden auch einzeln von Erwachsenen benutzt, wenn nichts anderes frei ist.

Besos,
Anita

Freitag, 9. November 2007

impresiónes del pueblo

zwei Tugenden haben die Leute hier jedenfalls: Geduld und Hoffnung.
Gestern war ein Konzert von einer angeblich international bekannten Sängerin, Fabiola de la Cuba, angekündigt. sie sollte im archäologischen Zentrum "El Brujo" gegen viel Eintritt singen, und zusätzlich vorher kurz hier im Dorf auftreten (wo keiner das Geld hat, den Eintritt für das Konzert zu zahlen). Es wurde extra eine bühne aufgebaut, die Kinder in der Schule studierten ein Theaterstück ein, es war eine Parade und traditionelle Tänze (Marinera) geplant. Zuerst hieß es, Fabiola kommt um 6, dann um 7, dann um 8. Zwischen 9 und 10 kündigte der Moderator auf der bühne regelmäßig stolz den Auftritt der internationalen Berühmtheit Fabiola de la Cuba an. Die Leute warteten geduldig. Schließlich wurden die Parade, die Tänze und das theater ohne Fabiola aufgeführt. Sie kam nicht. Angeblich kam sie auch zu dem Konzert im "El Brujo" nicht.

ich wurde schon zum grabräubern eingeladen. es gibt leute, die ab und zu zu einer der unerforschten Pyramiden in der nähe fahren, und nach schönen Sachen suchen. Habe schon wirklich top erhaltene antike Krüge und Gefäße - auch bemalte - bei den Leuten im Wohnzimmer stehen gesehen. Angeblich gibt es auch Mumien zu finden...

wenn mir die Leute hier etwas erzählen, kommt es mir vor wie eine halbsttündige "Listening" bei der Dehmer (ehemalige Englischlehrerin) für die 8.Klasse, und ich bin gerade in der 4. Ich muss mich extrem konzentrieren, und dann raucht mir der Kopf.


!!--------------- call for ideas---------------------!!

Bei meiner Arbeit hier geht es um neue Produkte, die von den Kunsthandwerkern hier hergestellt werden können. wenn ihr gerade nicht wisst wohin mit eurer kreativität -> ich brauche sie!

ich freue mich über jede noch so absurde idee!

hier findet ihr ein pdf mit mehr Informationen über den Ort und so weiter: http://www.annawiesinger.net/ArtisanosPeru_AnnaWiesinger_071108.pdf

und wenn es wen interessiert, hier gibt es Informationen über die Mumie, die hier 1990 gefunden wurde:
http://news.nationalgeographic.com/news/2006/05/mummy-peru.html
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,416589,00.html

!!--------------- call for ideas---------------------!!


Hier gibt es nur 2 Stunden lang fließendes Wasser aus der Wasserleitung, Wasser ist nicht im Überfluss vorhanden und wird vor allem auch zur Bewässerung des Zuckerrohrs gebraucht. Für den Wasserbedarf für den restlichen Tag wird eine Art Regentonne angefüllt. Das Wasser daraus wird sowohl für die Klospülung als auch zum Waschen und Trinken entnommen.

Im Studivz findet ihr übrigens ein paar Fotos.

Hasta luego, muchos besitos!
Anita

Sonntag, 4. November 2007

magdalena de cao

... so heisst das dorf genau. mittlerweile kenne ich alle (ca 5) strassen (ein dorf hier ist nicht wie bei uns, wo hier und da die haeuser verstreut sind, die sind alle auf einm haufen, es gibt sonst nichts), die meissten hunde (ca 100), die ausgrabungsstaette el brujo (der zauberer), und wenn ich durchs dorf spaziere treffe ich an jeder ecke jemanden, mit dem ich schonmal gesprochen habe (das thema sprechen kommt noch...), und der sowas wie !hola anita! sagt. so heisse ich hier hauptsaechlich.
die sonne ist hier extrem stark, mir ist ueberhauptnicht heiss, es ist sowie bei uns im fruehling, und eigentlich immer bewoelkt, aber ich hab trotzdem ein tomatenrotes gesicht und haende gerade...
heute hab ichschon einen fahrradausflug gemacht zu der ausgrabungsstaette gemeinsam mit sandra, tochter der familie wo ich wohne, samt bodyguards. und am meer war ich auch schon, aber es ist zu kalt zum schwimmen. wieder so ein missverstaendnis meinerseits: hier ist nicht sommer sondern FRUEHLING genau wie bei uns nicht Winter sondern HERBST ist. Missverstaendnis 2: hierher faehrt man nicht, um spanisch zu LERNEN sondern um spanisch zu SPRECHEN...
meine beschreibungen hoeren sich vielleicht recht positiv an, aber mir gehts teilweise schon naja. also ganz klar war mir nicht, worauf ichmichda einlasse. ich habe schon seit tagen mit keinem aus meinem gewohnten kultur und sprachumfeld richtig gesprochen wies mir geht weil keiner da ist. und dieser kevin der mir angeblich so eine grosse hilfe sein sollte weigert sich mit mir zu sprechen... sandra meint der ist nur schuechtern... haha, sowas von ueberhaupt nicht hilfsbereit, hallo, der ist seit einem jahr da und sieht wie ich mich plage...
also gut es gaebenochsovielzuschreiben asber ichmuss weg. gerade eben wurde ich an der strassenecke zu einer versammlung eingeladen. auf dem weg zum internet und auf der flucht vor den kindern des hauses, die mir zwar eine grosse seelisache unterstuetzung sind, weil sie staendig mit mir murmeln oder ball oder sonstwas spielen wollen, aber dann musste ich eine ausrede erfinden und zum internet gehen weil ich ihnen sonst nicht entkommen waere...
also gut, muchos besos, ihr fehlt mir!
anita

Freitag, 2. November 2007

sorpresa! en el pueblo!!

hola amigos!
where should I start? today in the morning I woke up believing that the hotel in Trujillo - in the center of a big city, 700.000 inhabitants - will be my home for the next time, at least for the next few days, and I started to spread my belongings in the hotel room. It felt almost like in a hotel somewhere in austria.... but everything turned out to be different. I was taken to the MINKA office where I was told I would spend the next two months in the pueblo Magdalena de la something working with the artesanos there. Said - done, two women and a driver escorted me to the village - we almost forgot my luggage... which I packed in 5 minutes - and left. The only other englishspeaking person (natuerlich spricht keiner deutsch) in the village is Kevin from the USA who has been here for a year working for some kind of american aid organisation. I have not talked to him yet. yes this is going to be a challenge for me... I try very hard to understand everything they say to me and it is kind of possible if they talk to me and know that they have to speak slow and simple, but talking to each other I hardly get a word...
the only telephone of the village is located in the only tienda (shop) in the village. I am living with a family at the edge of the village, 2 minutes walk from the central placa de armas. a daughter of the family - sandra - walked through the village with me. She is 24 like me, married when she was 19, has a 5 year old son. but unfortunately her husband died and now she is a vidow...of my age.
I get 3 meals a day at the local resteraunt prepared by Irene, a very friendly woman with an also friendly husband who gave me my second spanish lesson talking to me during my lunch: fish fresh from the half-an-hour-walk-away sea with rice and something I forgot the name of, something inbetween fruit and potato, really delicious.
Most of the people here work with sugar which is planted everywhere here. There is also a place of excavation near to the pueblo. Some tourists are said to come and visit, but I havent seen any yet. They come rather in other times of the year. And there are artesanos, the ones I am supposed to work with work with wood. I have met them. I have no idea what will be the result of this all... I say to myself: anni, you wanted it, now you have it, so live with it!
now I go home and rest and try to be prepared for what will come...
muchos saludos cordiales! hasta pronto!
anni

Donnerstag, 1. November 2007

mi primer dia en peru

queridos amigos!
I arrived alive!!
nach einer ca 35einhalbstuendigen Reise im abwechselnd im Halbschlaf, in der Angst, das Flugzeug koennte jeden Moment abstuerzen, in ambitionierten Kommumikationsversuchen mit meiner peruanischen Sitznachbarin (phu das Spanisch macht mir schon zu schaffen) und in der Verwunderung, dass letztenendes doch nichts schlimmes passiert, bin ich nun endlich in Trujillo angekommen, und weiss nicht, ob ich schlafen oder wach sein soll. Die letzte Nacht habe ich in einem SUPER VIP Bus verbracht, von solchem Komfort koennten sich Fluglinien und europaeische Busse rhig eine Scheibe abschneiden! Die Sitze lassen sich zu einem sehr bequemen voellig horizontalen bett umfunktionieren! Eine Senora von Minka hat mich dann heute morgen vom Busbahnhof abgeholt und mich in ein wunderschoenes Hotel gebracht. Nach einer kalten Dusche habe ich mich fuer meine erste Trujilloerkundungssafari ausgeruestet, aber bin momentan noch nicht weiter als in die hotellobby gekommen, denn schon hier traf ich auf das internet.
Was ich schon sagen kann: Es geht mir gut, ich bin froh und munter, gesund und wieder hungrig (im Flugzeug war mir diesmal der Appetit vergangen), und es ist nicht so warm wie ihr euch bestimmt vorstellt. Ich hoffe auf baldige Temperaturaenderungen weil ich mich am Flughafen in Muenchen noch von einigen (warmen) Kleidungsstueken incl meiner Spiegelreflexkamera samt Zubehoer und ein Paar sachen getrennt habe, was mich jetzt schon ein wenig traufig macht... ich hatte 33 kilo - also mein gepaeck - 20 erlaubt, und bei 23 lag die Augenzudrueckgrenze des flughafenbediensteten... also habe ich ausgepackt und die frieda nahm die sachen wieder mit. trotzdem kam ich nicht ganz runter auf 23... war teuer... 39 euro pro kilo!!!
heute ist dia de los muertos - feiertag - der ist fuer mich zum ausruhen da, und morgen werde ich um 9 abgeholt. bin schon gespannt und ein wenig preocupado muss ich zugeben.
muchos saludos y abrazos y hasta luego!
ana en peru