Samstag, 9. Februar 2008

Rundreise

Hola amigos!

wieder eine lange blogpause, aber ich hatte nicht die zeit, oder besser gesagt die nerven, frueher zu schreiben, obwohls viele neue eindruecke gibt. die rundreise mit bruder seppi und jadwiga, auf dei ich mich wie auf einen urlaub vom "alltag" gefreut habe, ist stressiger als die 3 monate davor. Ein paar Schnappschuesse (ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll...):

In Lima hatten wir gleich einen guten start, einen Pisco-sour-Abend mit Leuten aus der Jugendherberte. Sowas mach ich in wien auch mal: Eine Mischung aus Traubenschnaps, Limettensaft, Zuckersirup und Eiklar. Dann gings nach Cuzco, man muss sich als Perúbereisender ja schliesslich Machu Pichhu anschaun, und das ist von Cuzco aus erreichbar. Cuzco liegt 3399m ueber dem Meer. Man merkt beim athmen dass der luftdruck geringer ist, und auch an den zahnpastatuben!! durch den niedrigen druck aussen dehnt sich der inhalt aus oder so, jedenfalls hoert die zahnpasta, wenn man nicht aufpasst, gar nicht mehr auf zum herauswurschten. Dasselbe beim Shampoo und anderen Kosmetika natuerlich. der lonely planet warnt vor altitude sickness, aber die bekaempfen wir durch das kauen von coca-blaettern oder das lutschen von coca-zuckerl. Jadwiga glaubt fest an die Allmacht dieser Pflanze und legt sie auch auf Fieberblasen auf.

nachdem wir ein wenig in cuzco herumgelaufen und viel bei verschiedensten kunsthandwerkern alles moegliche aus alpaca-wolle und haufenweise billigen schmuck aus regenwaldpflanzensamen eingekauft haben, gehts weiter nach pisac, wo wir auf einen berg mit ruinen latschen, trotz meiner anfaenglichen hypochindrischen bedenken, ich koennte aufgrund der hoehe ersticken. ich gehe dermassen langsam und in serpentinen (wird empfohlen, um nicht zu schnell hoehenmeter zu gewinnen), dass ich nicht mal ins schwitzen komme. auf dem weg treffen wir einen einheimischen, der uns gegen geld seine begleitung und informationen anbietet, und den nehmen wir mit. er selbst legt die strecke jeden tag in 25 min zuruech, wenn er alleine geht. mit touristen braucht er normalerweise eine bis eineinhalb stunden. wir brauchen zweieinhalb! aber auch, weil wir alle 3 meter fotos machen. die landschaft ist wirklich wie aus dem bildband, sonne scheint, gruene!! berge (bei uns waechst auf der hoehe nichts mehr).

das schicksal will es so, dass an diesem tag markt im dorf ist, und natuerlich koennen wir nicht wiederstehen. trotz hinweisen meinerseits, dass wir uns beeilen sollten, kommen wir viel spaeter als geplant von diesem ort weg, und am naechsten tag folgt die grosse enttaeuschung, ueber die ich hoffentlich irgendwann mal lachen kann: ZU SPAET FUER MACHU PICHHU!! Haufenweise Leute fahren nur aus diesem Grund nach Perú! Alle fragen mich und werden mich fragen: Wie war Machu Pichhu? Wir haben nicht gewusst, dass man den Zug nach Aguas Calientes, der fast einzige Weg nach MP, Tage vorher buchen soll, und es gibt nur noch Tickets um 100 Euro pro Person, das noch ohne den teueren Eintritt. Mit dem Taxi braucht man statt einer 6 stunden. es ist schon Mittag. Am naechsten Tag ist noch dazu ein Streik, und es fahren ueberhaupt keine zuege. aber wir muessen am abend sowieso zurueck nach Cuzco, um unseren Flug zu erreichem. Im nachhinein denke ich mir, haetten wir doch die 100 Euro gezahlt.... Beim naechsten mal dann..

Zurueck in Cuzco werden wir am naechsten tag zeugen des streiks, der uns fast zum verhaengnis wird, weil keine taxis fahren, auch nicht zum flughafen. aber wir finden eine loesung, wir lassen uns je mit einem art Tricycle, einem Fahrrad mit Ladeflaeche vorne zum transport von Obst und Gemuese oder anderen Waren, hinradeln, zum glueck gehts die ganze strecke leicht bergab. das sieht anscheinend so lustig oder bloed aus, dass wir fotografiert und sogar von einem reporter gefilmt werden.
Zum Grund des Streiks: Die Peruaner wollen die Privatisierungen von Kulturgut wie Machu Picchu und vielen anderen Orten, die gerade im Gang sind, aufhalten, und allgemein die Ausbeutung von Bodenschaetzen (zB Gold oder Erdoel und -gas) oder Tropenholz oder durch auslaendische Firmen stoppen, wobei nur die auslaendischen Firmen, die auch nich durch die korrupte Regierung unterstuetzt werden, profitieren und Peru gar nichts davon hat. So hab ich das bis jetzt verstanden, aber ich hab vor, mich in dieses Thema bei gelegenheit ein bissl mehr zu vertiefen.

Mit dem Flugzeug gehts nach Lima und von dort mit dem Bus nach Trujillo, an die Kueste im Norden. Da sind wir im Moment. Als naechstes steht Magdalena, mein Dorf, auf dem Reiseplan.
Viele Gruesse aus der Stadt des Fruehlings! Und bis bald!
Anita

Freitag, 1. Februar 2008

Esperando

Ich sitze in Lima am Flughafen und vertreibe mir die Zeit im teuersten Internetcafe seit es Anni in Peru gibt - 4 Sole - ueber 1 Euro - in der halben Stunde! Heute hatte ich einen spannenden Tag in Lima. Mit zwei Maedels aus dem Hostel, einer deutschsprechenden Australierin und einer Suedkoreanerin, war ich in diversen Museen, am Strand und Ceviche-und-andere-Peru-Klassiker-Essen, und auch ein Eis-fast-wie-in-Italien. Das eine Museum, eine Sammlung von einem privaten Typen, umfasst die angeblich groesste Waffensammlung der Welt, echt krank was der alles zusammengesammelt hat, Schwerter von Francisco Pizarro, Uniform von Simon Bolivar, Waffen von Napoleon, Mao, Fidel Castro, diversen Nazis und allerhand boesen Maennern hab ich gesehen. Ausserdem haufenweise Goldschaetze hergestellt v verschiedensten alten Suedamerikakulturen.

um alle Zweifel zu beseitigen: Klar hab ich einen Rueckflug, von Anfang an hatte ich den. Aber ich muss zugeben, wenn mich nicht die Pflicht (mein Vordiplom zu machen und fertigzustudieren, splange das Geld noch fliesst) sehr laut rufen wuerde, waere ich vielleicht verwsucht, den zu verschieben. Aber zurueck zur Realitaet: am Mittwoch 27. Februar um 18:35 (Verspaetungen durch Fremdverschulden vorbehalten) komme ich in Muenchen an.

So, jetzt muss ich weg, fuer den (unwahrscheinlichen) Fall, dass der Flug ohne Verspaetung ankommt. Viele Gruesse und bis bald!
Anita.

Lima

Hola amigos!
Ja stimmt, sehr lange hat hier auf diesem blog Stille geherrscht. Ich hab auch gar keine guten Ausreden oder Entschuldigungen parat. Ich hatte einfach nichts blogtaugliches zu berichten. Aber das wird sich jetzt vielleicht wieder aendern. Meine Arbeit mit den Artesanos neigt sich dem Ende zu, und gestern bin ich mit einem komischen Gefuehl, einer Mischung aus schlechtem Gewissen, Heimweh, Fernweh und Vorfreude, von Magdalena de Cao abgereist (noch nicht fuer immer, ich komme zurueck... aber nicht fuer lange) und heute morgen - nach 8 Stunden Busfahrt - bin ich in Lima angekommen. Ich sitz grad vor dem antiken Gratis-Internet-Computer des Flying-Dog-Hostels im Stadtteil Miraflores. Weil heute nacht naemlich der Seppi mein Bruederchen und die Jadwiga angeflogen kommen, und gemeinsam werden wir dann ein bissl was von Peru anschaun. Als erstes gehs dann Sonntag per Flugzeug nach Cuzco, von da aus schaun wir uns dan Machhu Pichu an, muss ja sein, man ist ja schliesslich nicht jeden Tag in Peru. Nur plagen mich momentan auch manche Zweifel, weil es ist grad nicht die allerbeste Zeit um in diese Region zu fahren weils so viel regnet. Dann hab ich auch das Geruecht gehoert, das Machhu Pichu gerade ueberhaupt gesperrt ist wegen Wartungsarbeiten, weil irgendwas abzurutschen droht oder so. Im Internet hab ich bis jetzt nichts gefunden, das dieses Geruecht bestaetigt, wir werden sehn... und ausserdem hat mir grad ein Maedl hier im Hostel erzaehlt, dass es ihr waehrend ihres Cuzco-Aufenthaltes nicht so super gegangen ist wegen der Hoehe, Kopfweh und das Gefuehl, nicht Luft zu bekommen. Das hatte ich auch schon bei einem Ausflug zu Ruinen in der Naehe von Cajamarca, so hoch oben ist die Luft wirklich duenner... Aber den Flug hab ich schon gebucht, es gibt also kein Zurueck mehr... Und wenn wir dann ganz aufgeweicht zurueckkommen, fahrn wir in den Norden und werden in der Sonne braten. Ok, ich suche mir jetzt was zum Fruehstuecken und schau mich ein bisschen um. Hab gesehen, dass es hier sogar starbucks gibt!! war so lange im dorf, dass ich mich ueber solche vertrauten us-auswucherungen freue. Bis bald! Anita